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Diagnostik

Dechra bietet Ihrem Tierarzt validierte Schnelltests für die Praxis. Die einfache „Vor-Ort-Diagnostik“ unterstützt eine schnelle Behandlung Ihres Tieres.

Für folgende Bereiche bietet Dechra Diagnostik für den Hund:


Nachweis von Blutgerinnungsstörungen des Hundes

Aktivierte Koagulationszeit (Activated Clotting Time) (ACT)
Die aktivierte Koagulationszeit (ACT-Zeit) ist ein wichtiger Marker zur Überprüfung der Gerinnungskaskade des Hundes. Mit Hilfe des so genannten ACT-Röhrchens kann die Zeit in Sekunden gemessen werden, die eine Blutprobe benötigt, um eine erstes Blutgerinnsel zu bilden.


Nachweis von Entzündungen des Hundes

C-reaktives Protein (CRP)
Die Akute-Phase-Reaktion ist Teil einer frühen Immunantwort. Sie tritt durch jede Art von Gewebeverletzung auf (Infektion, Trauma, OP, Tumor). Die geschädigten Zellen setzen Botenstoffe frei, welche die Leber aktivieren, die Akute-Phase-Proteine zu bilden. Dazu gehört beim Hund insbesondere das C-reaktive Protein (CRP). Die Akute-Phase-Proteine übernehmen wichtige Aufgaben in der Immunantwort. Sie locken Zellen des Immunsystems zum Ort der Gewebeschädigung oder markieren Erreger, so dass die Immunzellen sie erkennen. So unterstützen sie die Heilung des Körpers.
Das Akute-Phase-Protein CRP steigt während einer Entzündung sehr schnell an. Ein Anstieg des CRPs ist sogar noch vor einer Veränderung des weißen Blutbildes nachweisbar. Daher dient es als Frühmarker für eine Entzündung. Da es bei Besserung der Entzündung schnell wieder absinkt, wird CRP auch häufig zur Kontrolle des Therapieverlaufes gemessen.


Nachweis von Infektionskrankheiten des Hundes

Zeckenübertragene Erkrankungen des Hundes (Anaplasmose und Borreliose)
Zecken übertragen bedeutende Krankheitserreger auf den Hund. Dazu zählen neben den bakteriellen Erkrankungen Borreliose und Anaplasmose auch die durch Einzeller hervorgerufene Babesiose oder seltenere Viruserkrankungen wie FSME. Es handelt sich dabei um „Vektor- (Zecken-) übertragene Infektionskrankheiten“. Nicht jeder Zeckenbiss macht den Hund krank. Um Erreger zu übertragen, muss die Zecken mindestens 16 - 24 Stunden Blut saugen. Zudem zeigt der Hund bei einer Infektion nicht immer erkennbare Krankheitsanzeichen.

►Anaplasmose beim Hund

In Deutschland infizieren sich Hunde vor allem mit der Anaplasmen-Art Anaplasma phagocytophilum (A. phagocythophilum), welche über den Biss des Gemeinen Holzbock übertragen wird. A. phagocytophilum kann durch die Zecke auch auf andere Säugetiere und den Menschen übertragen werden. Eine  Übertragung von Hund auf Mensch ist unwahrscheinlich. Eine zweite für Hunde krankheitsauslösende Anaplasmen-Art ist Anaplamsa platys (A.platys). Diese wird durch die Braune Hundezecke übertragen und kommt vor allem in Südeuropa vor.
Anaplasmen infizieren die Blutzellen des Hundes und verbreiten sich damit im ganzen Körper. A. phagocytophilum befällt vorwiegend weiße Blutkörperchen (Granulozyten). A. platys befällt überwiegend die Blutplättchen der Gerinnung (Thrombozyten). Durch die Vermehrung in den Blutzellen werden diese zerstört.

Ein bis zwei Wochen nach Übertragung durch einen Zeckenbiss können Krankheitssymptome beim Hund auftreten. Meist verläuft die Infektion jedoch ohne erkennbare Krankheitsanzeichen. Falls der Hund Symptome zeigt, sind diese unspezifisch und lassen nicht direkt auf eine Anaplasmose schließen (z. B. Mattigkeit, schlechter Appetit, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Lahmheit durch Gelenkentzündungen oder auch neurologische Symptome). Durch Störungen der Blutgerinnung kann es zu Schleimhautblutungen kommen. Aufgrund einer Blutarmut können die Schleimhäute auch ungewöhnlich blass sein.

Die Diagnose Anaplasmose erfolgt durch den Vorbericht (Zeckenbiss), die klinischen Symptome, den Veränderungen des Blutbildes sowie einem Nachweis der Erreger oder einem Nachweis der gegen die Anaplasmen gebildeten Antikörper.
Ein Schnelltest zum Nachweis von Antikörpern gegen A. phaghocytophilum und A. platys zeigt, ob der Hund mit den Erregern in Kontakt gekommen ist.

Grundsätzlich sollten nur Hunde behandelt werden, die Krankheitsanzeichen der Anaplasmose zeigen. Die Therapie erfolgt mit einer gezielten Antibiotikagabe über einen längeren Zeitraum (in der Regel Doxycyclin). Zusätzlich werden die Beschwerden symptomatischer behandelt.
Wie kann ich meinen Hund vor Anaplasmose schützen
Der wichtigste Schutz ist eine gute Zeckenprophylaxe (Spot-on-Präparate, Zeckenhalsband etc.) und eine schnelle Entfernung der Zecken.

Der wichtigste Schutz ist eine gute Zeckenprophylaxe (Spot-on-Präparate, Zeckenhalsband etc.) und eine schnelle Entfernung der Zecken.

►Borreliose beim Hund

Borrelien gehören zu den am häufigsten durch Zecken übertragenen Erregern. Der Überträger in Deutschland ist der Gemeine Holzbock. Durch die Zecke können nicht nur Hunde sondern auch andere Säugetiere und der Mensch infiziert werden. Es gibt verschiedene Arten der Borrelien-Bakterien und nicht alle sind für den Hund gefährlich. Die wichtigsten sind Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia burgdorferi afzelli und Borrelia garinii. Sie werden im Borrelia burgdorferi sensu lato Komplex zusammengefasst. Werden Borrelien von der Zecke auf den Hund übertragen, breiten sie sich über den Blutkreislauf aus und befallen vor allem die Gelenke.

Im Gegensatz zum Menschen treten beim Hund selten klinische Krankheitssymptome durch die Infektion auf. Die betroffenen Hunde zeigen häufig erst mehrere Monate nach dem Stich unspezifische Symptome wie Mattigkeit, Fieber und Appetitlosigkeit. In anhaltenden Infektionen zeigen die Hunde vor allem Schmerzen in den Muskeln und Gelenken (Arthritis). Die betroffenen Hunde lahmen typischerweise immer wieder wechselseitig. Möglich sind auch Erkrankungen der Niere, Herzprobleme oder neurologische Schäden.

Die Diagnose Anaplasmose erfolgt durch den Vorbericht (Zeckenbiss), die klinischen Symptome sowie einem Nachweis der Erreger oder einem Nachweis der gegen die Borrelien gebildeten Antikörper. Im besten Fall kann die Zecke entfernt und im Labor auf Borrelien untersucht werden.
Ein Schnelltest zum Nachweis von Antikörpern gegen Borrelia burgdorferi sensu lato zeigt, ob der Hund mit den Erregern in Kontakt gekommen ist oder geimpft wurde.

Die Therapie der Borreliose erfolgt mit einer gezielten Antibiotikagabe über einen längeren Zeitraum (in der Regel Doxycyclin). Zusätzlich werden die Beschwerden symptomatischer behandelt.

Der wichtigste Schutz ist eine gute Zeckenprophylaxe (Spot-on-Präparate, Zeckenhalsband etc.) und eine schnelle Entfernung der Zecken. Die ständige Impfkommission für Tiermedizin empfiehlt außerdem, die Hunde gegen Borreliose impfen zu lassen.


Magendarmparasiten des Hundes (Giardien, Kryptosporidien)

Giardien und Krytosporidien sind einzellige Parasiten (Protozoen), welche den Magen-Darm-Trakt von Hunden befallen. Die Infektion betrifft in den meisten Fällen Jungtiere. Viele der betroffenen Hunde zeigen keine Krankheitssymptome und sind „stille“ Ausscheider. Vor allem ältere, infizierte Tiere können eine wiederkehrende Infektionsquelle für Welpen darstellen.

►Giardien beim Hund

Giardien zählen zu den häufigsten Magen-Darm-Parasiten von Hunden. Sie schädigen die Schleimhaut des Dünndarmes. Auch Menschen können an Giardien erkranken. Die Parasiten gehören zu den Zoonosen (Infektionskrankheiten die zwischen Mensch und Tier ausgetauscht werden können). Die Ausscheidung der Giardien erfolgt über den Kot als widerstandsfähige Zysten. Diese werden in großen Mengen über Wochen ausgeschieden. In feuchter, kühler Umgebung sind die Zysten bis zu drei Monate ansteckungsfähig. Die Infektion erfolgt über die orale Aufnahme der Zysten, das heißt über den Mund (Schmutz-, Schmierinfektionen, fäkal verunreinigtes Trinkwasser und Futter). Ein großes Problem ist die Wiederansteckungsgefahr mit Giardien. Daher ist es wichtig, auch ausreichende hygienische Maßnahmen zu treffen.

Die Infektion verläuft in den meisten Fällen ohne Krankheitsanzeichen. Klinisch auffällig sind vor allem immungeschwächte Hunde oder Welpen. Ein typisches Symptom der Giardien-Infektion ist chronischer, immer wiederkehrender Durchfall (zum Teil mit Blut- und Schleimbeimengungen), selten Erbrechen. Die Tiere nehmen nicht zu oder magern sogar ab. Gesunde ausgewachsene Hunde zeigen zwar meist keine Symptome, sie können die Parasiten jedoch übertragen.

Die Zysten der Giardien können zum Teil unter dem Mikroskop erkannt werden. Mit spezifischen Tests können auch nur Teile der Giardien (Antigene) im Kot des Hundes nachgewiesen werden. Die Giardien-Antigene können auch bei einer geringen Zysten-Ausscheidung nachgewiesen werden. Ein negatives Testergebnis bedeutet nicht sofort, dass der Hund nicht infiziert ist. Giardien werden häufig in „Nestern“ ausgeschieden und können nicht in jeder Kotprobe nachgewiesen werden.
Ein Schnelltest zum Nachweis des Giardien-Antigens zeigt, ob der Hund die Parasiten ausscheidet.
Der Test ist schnell und einfach anzuwenden.

Eine erfolgreiche Behandlung der Giardiose ist nicht einfach, da auch die Umgebung mitbehandelt werden muss. Die medikamentöse Therapie des Hundes erfolgt mit dem Wirkstoff Fenbendazol oder Metronidazol. Häufig muss ein Behandlungszyklus wiederholt werden. Eine kohlenhydratarme Ernährung begünstigt die Therapie. Zudem sollte die Umgebung des Hundes unbedingt gereinigt werden. Zu den wichtigen Hygienemaßnahmen, die eine Wiederansteckung verhindern, gehören:

  • Fress- und Trinknäpfe täglich mit kochendem Wasser (> 65 °C)  reinigen
  • glatte, fäkal verunreinigte Oberflächen desinfizieren
  • Ausläufe und feste Böden mit Dampfstrahler reinigen (> 60 °C)
  • Teppiche, Stofftiere, Decken etc. bei hohen Temperaturen ( > 65 °C) waschen
  • die Hunde bestenfalls shampoonieren (v.a. Pfoten und Urogenitalbereich)
  • das Belecken der Analregion verhindern (Halskragen)
  • langhaarige Hunde scheren

Nach Abschluss eines Behandlungszyklus sollte der Kot des Hundes erneut mit einem Schnelltest getestet werden. Präparate zum Aufbau der Darmflora können den Hund zusätzlich unterstützen.

Zu den Produkten

Eine gute Hygiene reduziert das Übertragungsrisiko von Giardien. Gerade in Bereichen mit vielen Tieren, wie Zwinger, Tierpensionen oder Zuchtstationen ist das wichtig.

►Kryptosporidien beim Hund (Cryptosporidien)

Zu den relevanten Kryptosporidien-Arten bei Hunden zählen Cryptosproridium parvum (C.parvum) und C. canis. Sie schädigen die Schleimhaut des Dünndarms. C. parvum kann auch Menschen infizieren (Zoonose). Die Ausscheidung der Kryptosporidien erfolgt über den Kot als widerstandsfähige Oozysten. Diese sind in der Umwelt über mehrere Monate ansteckungsfähig. Die Infektion erfolgt über die orale Aufnahme der Oozysten, das heißt über den Mund (Schmutz-, Schmierinfektionen, fäkal verunreinigtes Trinkwasser und Futter).

Die Infektion verläuft in den meisten Fällen ohne Krankheitsanzeichen. Klinisch auffällig sind vor allem immungeschwächte Hunde oder Welpen. Ein typisches Symptom der Kryptosporidien-Infektion ist wässriger, übelriechender Durchfall. Zum Teil zeigen die betroffenen Hunde Bauchschmerzen, Erbrechen oder Fieber. In der Regel kommt es zu einer spontanen Heilung.

Die Oozysten der Kryptosporidien können zum Teil unter dem Mikroskop erkannt werden. Mit spezifischen Tests können auch nur Teile der Kryptosporidien (Antigene) im Kot des Hundes nachgewiesen werden. Die Kryptosporidien-Antigene können auch bei einer geringen Oozysten-Ausscheidung nachgewiesen werden.
Ein Schnelltest zum Nachweis des Kryptosporidien-Antigens zeigt, ob der Hund die Parasiten ausscheidet.

Da die Infektion in der Regel spontan abheilt, werden die Hunde vor allem symptomatisch therapiert (Gabe von Flüssigkeit, Krampflösende Mittel (Spasmolytika)).
Wichtig ist eine umfassende Reinigung und Desinfektion der Umgebung, um die widerstandfähigen Oozysten zu entfernen und das Infektionsrisiko zu senken. Zu den wichtigen Hygienemaßnahmen, die eine Wiederansteckung verhindern, gehören:

  • Fress- und Trinknäpfe täglich mit kochendem Wasser (> 65 °C)  reinigen
  • glatte, fäkal verunreinigte Oberflächen desinfizieren
  • Ausläufe und feste Böden mit Dampfstrahler reinigen (> 60 °C)
  • Teppiche, Stofftiere, Decken etc. bei hohen Temperaturen ( > 65 °C) waschen
  • die Hunde bestenfalls shampoonieren (v.a. Pfoten und Urogenitalbereich)
  • langhaarige Hunde scheren

Eine gute Hygiene reduziert das Übertragungsrisiko von Kryptosporidien. Gerade in Bereichen mit vielen Tieren, wie Zwinger, Tierpensionen oder Zuchtstationen ist das wichtig.


Leptospirose beim Hund

Die Leptospirose (Weil‘sche Krankheit, Stuttgarter Hundeseuche) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit von Tieren und Menschen (Zoonose). Verursacher der Erkrankung sind verschiedene Stämme (Serotypen) des Bakteriums Leptospira interrogans. Insbesondere unter wildlebenden Nagetieren ist der Erreger verbreitet. Mäuse und Ratten tragen die Bakterien in sich, scheiden sie mit dem Urin aus, zeigen jedoch keine Krankheitssymptome. Hunde infizieren vor allem durch die Aufnahme von kontaminierten Oberflächengewässer (z. B. Pfützen, stehende Gewässer wie Teiche). Auch der Mensch infiziert sich vor allem über kontaminiertes Wasser, z. B. Badeseen. Die Infektion kann durch Blut oder Urin vom Hund aber auch auf den Mensch übertragen werden.

Wie stark ein Hund an der Infektion erkrankt, ist vom Alter, der körpereigenen Abwehr und dem Serotyp der Leptospiren abhängig. Junge Hunde (Welpen unter 6 Monaten) und unzureichend geimpfte Tiere erkranken meist schwerer. Die Symptome können relativ unspezifisch und mild sein (z. B. Fieber, Mattigkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen). Zum Teil kommt es zu schweren Störungen der Organfunktion, vor allem von Leber und Niere. Der Hund kann eine Gelbsucht (Ikterus) entwickeln oder blutigen Urin pinkeln. Wird die Infektion nicht behandelt, kann es zu einem Nierenversagen kommen. Es können auch Augenbeschwerden oder neurologische Symptome auftreten. Eine Leptospirose-Infektion kann für den Hund tödlich verlaufen.

Ein Nachweis der Leptospiren ist in der Regel aus dem Urin möglich. Eine weitere Möglichkeit ist der Nachweis der gegen Leptospiren gebildeten Antikörpern aus dem Blut.
Ein positiver Nachweis von so genannten IgM –Antikörpern durch einen Schnelltest deutet darauf hin, dass der Hund in letzter Zeit Kontakt mit den Erregen hatte.

Die Behandlung der Leptospirose erfolgt durch die gezielte Gabe von Antibiotika (u.a. Penicilline oder Tetracycline wie Doxycyclin). Es ist wichtig die Ausscheidung der Erreger über den Urin zu stoppen, da dies auch eine Infektionsquelle für den Menschen darstellt.

Die Schutzimpfung gegen Leptospirose ist eine wichtige Prophylaxe-Maßnahme. Sie zählt laut der ständigen Impfkommission für Tiermedizin zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfungen). Ein Schutz gegen alle Serotypen kann durch die Impfung leider nicht gewährleistet werden.


Parvovirose des Hundes (canines Parvovirus) (CPV)

Die Parvovirose zählt zu den wichtigsten Infektionskrankheiten des Hundes und betrifft vor allem junge und ungenügend geimpfte Tiere. Es sind bisher drei Varianten des Hunde-Parvovirus bekannt. Für den Menschen sind alle Varianten ungefährlich. Stark gefährdet sind insbesondere Hundewelpen, wenn der Schutz durch die von der Mutter übertragenen Antikörper abnimmt und ihr eigenes Immunsystem noch nicht ausreichend Antikörper gegen das Virus bilden kann. Die Ausscheidung des Parvovirus erfolgt über den Kot. Da es sich um ein relativ widerstandsfähiges Virus handelt, bleibt es in der Umwelt lange ansteckend. Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von erregerhaltigem Kot, verunreinigtem Futter oder Gegenstände wie Spielzeug oder Kleidung. Eine direkte Übertragung von Hund zu Hund ist selten. Das Virus vermehrt sich in schnell-teilenden Zellen. Dazu gehören vor allem die Zellen der Dünndarmschleimhaut oder des Knochenmarks.

Bei älteren Hunden verläuft eine Infektion mit dem Parvovirus meist ohne Krankheitssymptome. Ungenügend geimpfte und junge Hunde können jedoch sehr schwer erkranken. In akuten Verläufen zeigen die Hunde Appetitlosigkeit, starkes Erbrechen, wässrigen, oft blutigen Durchfall und Fieber. Der starke Flüssigkeitsverlust kann zu einem Kreislaufversagen führen. Durch den Befall des Knochenmarks bilden die Hunde zu wenig rote und weiße Blutkörperchen, sie haben eine Blutarmut (Anämie) und zu wenig weiße Blutkörperchen (Leukopenie). Damit ist ihr Immunsystem stark geschwächt. Häufig kommt es aufgrund einer Blutvergiftung (Endotoxinschock) zum Tod der jungen Hunden.

Die Diagnose erfolgt durch die klinischen Symptome (starkes Erbrechen, Durchfall), der Veränderungen des Blutbildes und einem Nachweis des Virus aus dem Kot.
Ein Schnelltest zeigt nach wenigen Minuten, ob im Kot des Hundes Parvoviren nachweisbar sind. Kurz nach der Parvovirus-Impfung eines Hundes mit Lebendimpfstoff kann der Test ebenfalls positiv ausfallen.

Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Die Hunde werden symptomatisch therapiert. Sie bekommen in der Regel eine Flüssigkeitstherapie, Antibiotika zum Schutz gegen Bakterien, Schmerzmittel, Medikamente gegen Erbrechen und zum Schutz des Magens. Zum Teil werden auch Immunpräparate und Transfusionen eingesetzt.

Die Schutzimpfung gegen Parvovirose ist eine wichtige Prophylaxe-Maßnahme. Sie zählt laut der ständigen Impfkommission für Tiermedizin zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfungen). Die Impfung schützt gegen alle drei Varianten des Parvovirus.


Nachweis von Hautpilzinfektionen des Hundes

Hautpilze (Dermatophyten) gehören zu den häufigsten Hauterkrankungen des Hundes. Die Erkrankung wird Dermatophytose genannt. Auch bei Katzen und kleinen Heimtieren sind Hautpilze verbreitet. Grundsätzlich können alle Hunde an Hautpilzen erkranken. Besonders empfänglich sind junge und immungeschwächte Hunde. Hündinnen können die Pilze z. B. auf ihre Welpen übertragen, welche dann erkranken. Ist die Haut durch eine Infektion mit Parasiten (Flöhe, Milben etc.) oder Bakterien bereits geschädigt, ist sie für eine Hautpilzinfektion anfällig. Auch jede andere Erkrankung, die den Körper schwächt, kann eine Pilzinfektion begünstigen. Die Hautpilze können nicht nur auf andere Hunde sondern zum Teil auch auf den Halter übertragen werden (Zoonose). 

Die Übertragung erfolgt durch winzig kleine Pilzpartikel (Pilzsporen), welche an Haarteilchen haften. Die Sporen sind sehr widerstandsfähig und können bis zu Jahren ansteckend bleiben. Setzten sich die Pilzsporen auf der Haut fest kann daraus eine Pilzerkrankung entstehen.

Typische Anzeichen der Pilzinfektion sind Haarausfall (Alopezie), eine Rötung der Haut und Juckreiz. Häufig sind die Veränderungen kreisrund. Seltener können Haarbalgentzündungen und Hautbläschen auftreten.

Zur Diagnose der Hautpilzerkrankung müssen Haut- und Fellproben untersucht werden. Dafür gibt es mehrere Methoden, welche meist kombiniert werden. Zum einen können die Haare unter dem Mikroskop auf Schäden durch die Pilze untersucht werden (Trichogramm). Einige Pilzsporen von Dermatophyten fluoreszieren unter UV- oder Schwarzlicht. Sie können mit einer Wood’schen Lampe sichtbar gemacht werden. Zum Nachweis aller Dermatophyten-Arten des Hundes eignet sich eine Pilzkultur. Dabei werden Proben von Haut und Haar auf spezielle Nährböden aufgetragen, welche das Wachstum der Pilze begünstigt und zum Teil mit einem Farbumschlag sichtbar macht.

Die Therapie der Hautpilze erfolgt durch Medikamente (Antimykotika) gegen das Pilzwachstum. Diese können lokal auf der Haut aufgetragen und/oder dem Tier eingegeben werden. Gleichzeitig sollte das Fell gekürzt und regelmäßig gereinigt werden. Um eine erneute Ansteckung und Verbreitung zu verhindern, sollte auch die Umgebung des Hundes gut gereinigt und desinfiziert werden.


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